Ratgeber

Wenn-dann-Pläne: 12 Beispiele und eine Vorlage

Ein Wenn-dann-Plan legt vorher fest, wann und wo du etwas tust – und was du tust, wenn etwas dazwischenkommt. Er besteht aus einem Satz.

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Seite „Wenn-dann-Pläne“ mit Beispielen und Tabellen für drei Ziele

Was ist ein Wenn-dann-Plan?

Die Form stammt aus der psychologischen Forschung zu „Implementation Intentions“ (Peter Gollwitzer). Statt „Ich will mehr lesen“ schreibst du: „Wenn ich abends den Laptop zuklappe, dann lese ich zehn Seiten.“ Der Wenn-Teil nennt eine Situation, die du sicher bemerkst. Der Dann-Teil nennt eine kleine, klare Handlung.

In einer Auswertung von 94 Studien hatten solche Pläne im Mittel einen mittleren bis großen Effekt darauf, ob Menschen ihre Ziele erreichten (Gollwitzer & Sheeran, 2006). Das ist ein Durchschnitt über viele Menschen und Ziele, keine Garantie für den Einzelfall. Ein Wenn-dann-Plan nimmt dir auch nicht die Frage ab, ob ein Ziel dir wirklich wichtig ist.

In drei Schritten zum eigenen Plan

  1. Ziel in einem Satz. Was willst du in den nächsten Wochen erreichen? Zum Beispiel: „Bis Ende März das erste Kapitel meiner Abschlussarbeit fertig.“
  2. Gelegenheit festlegen. Wähle eine Situation, die ohnehin regelmäßig vorkommt: eine Uhrzeit, einen Ort, das Ende einer anderen Tätigkeit. „Dienstag 7 Uhr am Schreibtisch“ ist besser als „morgens“.
  3. Hindernis vorwegnehmen. Was hält dich am wahrscheinlichsten ab? Schreib dafür einen zweiten Satz: „Wenn …, dann …“.

Prüfe den Satz am Ende: Würdest du die Situation sicher bemerken? Ist die Handlung so klein, dass du sie auch an einem schlechten Tag schaffst?

12 Beispiele

Anfangen

  • Wenn ich montags den ersten Kaffee eingeschenkt habe, dann öffne ich das Dokument und schreibe einen Absatz.
  • Wenn es Dienstag 18 Uhr ist, dann ziehe ich die Laufschuhe an und gehe vor die Tür – auch wenn es nur zehn Minuten werden.
  • Wenn ich in der Bahn sitze, dann übe ich 15 Minuten Vokabeln.
  • Wenn ich das Abendessen abgeräumt habe, dann übe ich 20 Minuten Gitarre.

Dranbleiben

  • Wenn es Freitag 16 Uhr ist, dann trage ich den Wochenwert in meinen Tracker ein.
  • Wenn ich eine Aufgabe für das Projekt erledigt habe, dann schreibe ich sofort den nächsten Schritt auf.
  • Wenn ich morgens den Rechner hochfahre, dann lege ich fest, welche eine Sache heute Vorrang hat.
  • Wenn ich sonntags den Kalender für die Woche ansehe, dann trage ich zwei feste Zeitblöcke für mein Ziel ein.

Hindernisse

  • Wenn ich merke, dass ich zum Handy greife, obwohl ich schreiben wollte, dann lege ich es in einen anderen Raum.
  • Wenn ein Termin meinen Zeitblock verdrängt, dann lege ich noch am selben Tag einen neuen Termin fest.
  • Wenn ich eine Woche ausgelassen habe, dann mache ich in der nächsten nur die kleinste Version und nicht das Doppelte.
  • Wenn ich denke „heute lohnt es sich nicht mehr“, dann mache ich fünf Minuten und entscheide danach neu.

Häufige Fehler

  • Der Wenn-Teil ist zu ungenau. „Wenn ich Zeit habe“ tritt nie sicher ein. Besser: eine Uhrzeit, ein Ort oder das Ende einer festen Tätigkeit.
  • Der Dann-Teil ist zu groß. „Dann schreibe ich das Kapitel“ schreckt ab. Besser: „dann schreibe ich einen Absatz“.
  • Zu viele Pläne auf einmal. Fang mit einem Plan je Ziel an und einem für das wahrscheinlichste Hindernis.
  • Kein Blick zurück. Prüfe einmal pro Woche, ob der Plan gegriffen hat, und passe ihn an.

Vorlage zum Ausdrucken

Der Gratis-Auszug ist eine Seite aus dem Quartalsziele-Kit: Ziel in einem Satz, Messgröße und Platz für deine Wenn-dann-Pläne. Das ganze Kit führt in 12 Wochen von der Auswahl über Wochenchecks und Halbzeit bis zum Abschluss, mit Tracker und Kalender-Erinnerungen (19 € inkl. 19 % MwSt.).

Quelle

Gollwitzer, P. M. & Sheeran, P. (2006). Implementation intentions and goal achievement: A meta-analysis of effects and processes. Advances in Experimental Social Psychology, 38, 69–119.